Leben mit Behinderung


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In der Woche vom 19. bis 22. Februar fand an unserer Schule das Projekt „Leben mit Behinderung“ statt. Wichtig war dabei die Erkenntnis, dass alle Menschen unterschiedlich sind und nicht nur auf das reduziert werden sollten, was sie nicht können. Im Fall einer Behinderung heißt das: wir schauen auf den MENSCHEN und nicht auf seine Behinderung. Über das Leben im Rollstuhl berichtete uns anschaulich und beeindruckend unser Schul-Elternsprecher Peter Müller, der seit einem Motorrad-Unfall vor vielen Jahren im Rollstuhl sitzt:

Handicap macht Schule

„Warum sitzt Du im Rollstuhl?“
Das ist eine der vielen Fragen, die mir als Mensch, mit offensichtlichem Handicap, oft von Kindern gestellt werden.
Und diese ehrlich gemeinten Fragen verdienen auch ehrliche Antworten.

Meine beiden Kinder, 8 Jahre und 18 Monate alt, wachsen mit dem Rollstuhl auf und für sie ist der Alltag mit meiner Behinderung selbstverständlich.

Um möglichst vielen Kindern einen Einblick in den Alltag mit einem Handicap zu geben, startete ich das Projekt „Leben mit Behinderung“ in der Grundschule am Eichenhain Hasborn.
Die Lehrer waren von dieser Idee sofort begeistert und die Planung für das Projekt konnte starten.
Die Vorbereitung nahm etwas mehr Zeit in Anspruch. Schließlich ging es darum, ein Konzept zu entwickeln, um den Kindern das Thema Behinderung möglichst kindgerecht zu erklären.
Die Lehrer arbeiteten dabei im Vorfeld aktiv mit und ließen unter anderem die Kinder Fragen dazu zusammenstellen. Mitte Februar war es dann so weit. Die Gemeinde und der Sportverein von Hasborn stellten uns freundlicher Weise ihre Räumlichkeiten und der Trierer Rollstuhlsportverein RSC Rollis Trier e.V. ihre Sportrollstühle zur Verfügung.
Ohne dieses Entgegenkommen wäre das Vorhaben nur schwer zu realisieren gewesen.

Wer, wie, was...wieso, weshalb, warum? Behinderung kindgerecht erklärt!

Das 4-tägige Projekt startete am Montag, den 19.Februar. Zwei Schulstunden wurden für jede der insgesamt 7 Klassen der Grundschule eingeplant.

In der ersten Stunde behandelten wir hauptsächlich die Themen:

Um die, selbst für manchen Erwachsenen schwer zu verstehenden, Themen besser verständlich zu machen, wurden verschiedene Experimente durchgeführt, bei denen die Schüler eifrig mitmachten.
Bevor wir nun in die Sporthalle wechselten, konnten sich die Kinder die unterschiedlichen Eigenschaften eines Alltags- und eines Sportrollstuhls genauer ansehen. Danach stellte ich verschiedene Rollstuhlsportarten anhand von Bildern vor.Große Augen machten die Kinder als es um Rollstuhl-Skaten ging.

Fußball im Rollstuhl?

In der Sporthalle machten die Kinder erste Erfahrungen mit dem Rollstuhl. Erstaunlicherweise konnte jedes Kind auf Anhieb mit dem Rollstuhl umgehen.
Nach einem kurzen Warm-up als Rollstuhl-Zug ging es für die Schüler richtig los und wir spielten Rollstuhlfußball.
Dazu bildeten wir zwei Teams aus jeweils fünf Spielern und den restlichen Auswechselspielern. Als Spielball diente ein Gymnastikball, den die Schüler mit den Händen oder dem Rollstuhl ins gegnerische Tor spielen mussten. Hier zeigten ausnahmslos alle Kinder was in ihnen steckte. Besonders erfreulich war, dass Mädchen und Jungen sehr fair auf Augenhöhe gegeneinander und miteinander spielten.
Glückliche, zufriedene Gesichter sprechen bekanntlich Bände und ich kann stellvertretend für alle Beteiligten sagen, dass wir jede Menge Spaß hatten.
Rollstuhlprojekte werden häufiger in Deutschland angeboten. In diesen zeitaufwändigen Workshops findet man eher ältere Kinder, mit denen alltägliche Situationen im Rollstuhl, wie zum Beispiel Kippen, Rampenfahren usw. nachgestellt und geübt werden.
Die Fähigkeiten dafür sind bei Grundschülern, gerade in den unteren Jahrgängen, noch nicht gegeben.
Deswegen war es mir bei diesem Projekt sehr wichtig, dass der Fokus nicht nur auf dem aktiven Teil im Rollstuhl liegt, sondern dass den Kindern das Thema Behinderung verständlich gemacht wird und sie die Möglichkeit haben, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die beim Gelingen dieses Schulprojektes mitgeholfen haben. Ein ganz besonderer Dank geht an die Schreinerei Klas aus Niederscheidweiler und die Firma Gangolf aus Wittlich, die ihre Lieferwagen zum Transport der Rollstühle zur Verfügung gestellt haben.

Falls Sie zu diesem Projekt Fragen oder Interesse daran haben, wenden Sie sich bitte an: Peter Müller , Email : petermueller78@gmx.net


Fotografien: Karl-Alfred Römer, Christiane Hahn, Grundschule Hasborn