Projekt Walddetektive:
Wenn der Wald zum Klassenzimmer wird


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"Liebe Frau Schönhofen, wir möchten uns für die schönen Tage im Wald bedanken…“, beginnt der handgeschriebene Brief der Klasse 2, verziert mit grünen Linien. Fünf Wochen lang tauschten die Schulkinder aus Hasborn ihr Klassenzimmer gegen das grüne Blätterdach des Waldes. Begleitet wurden sie dabei von Waldpädagogin Frau Britta Schönhofen im Rahmen des Projekts „Walddetektive“ der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Das Besondere daran: Für die Naturerfahrung fiel kein einziges Fach aus, und es wurde kein zusätzlicher Stoff aufgebürdet. Der reguläre Lehrplan zog einfach komplett ins Freie um – echter Unterricht im Wald statt grauer Theorie.

Mathe hüpfen und den Wald hören
Wer denkt, dass im Wald nur gewandert wird, irrt sich. Jeden Tag stand ein anderes Fach auf dem Stundenplan, das die Kinder im Waldklassenzimmer mit allen Sinnen erlebten. In Mathematik verwandelte sich der Waldboden in ein riesiges Rechenheft: Die Kinder hüpften im 3er-Takt über Äste, bündelten Zapfen zu „Dreier-Nestern“ und verdoppelten diese blitzschnell zu Sechser-Reihen.

Im Deutschunterricht sammelten die „Natur-Detektive“ Gegenstände und legten daraus zusammengesetzte Nomen wie „Baumrinde“ oder schrieben eigene Frühlings-Elfchen auf Klemmbrettern. Musik bedeutete diesmal nicht Singen nach Noten im Raum, sondern eine „Lausch-Insel“ mitten im Dickicht. Die Kinder lauschten dem echten Vogelgesang, summten wie die Hummeln und bauten schließlich aus Stöcken und Blättern eigene Natur-Instrumente für ein großes Wald-Orchester.

Den Geheimnissen der Natur auf der Spur
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderner Unterricht im Einklang mit der Natur funktioniert. Statt theoretisch im Buch über Ökosysteme zu lesen, gingen die Zweitklässler auf „Becherlupen-Safari“ im Sachunterricht, erforschten die Stockwerke der Wiese und begriffen direkt vor Ort, warum jede Wiesenblume überlebenswichtig für Bienen ist. Im Kunst-Unterricht entstanden Lehm-Gesichter an Baumstämmen und gewebte Kunstwerke aus Moos und Federn. So lernten die Kinder ganz spielerisch und nachhaltig, wie wertvoll und schützenswert unsere Umwelt ist. Die Wirkung: Bewegung, Fokus und ein großes Dankeschön


Fotografien: Grundschule Hasborn